Stefan Schwartze (SPD), Herford - Minden-Lübbecke

Hat die Corona-Pandemie Ihren Blick auf die Apotheken vor Ort verändert – und falls ja, wie?
Stefan Schwartze: Verändert nicht – nur noch einmal nachdrücklich vor Augen geführt, wie wichtig eine wohnortnahe, flächendeckende Versorgung ist. Insbesondere für die Älteren.

Welche Rolle sollen die Apotheken vor Ort nach der Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung der Menschen spielen?
Wir brauchen eine flächendeckende Arzneimittelversorgung. Die Apotheke vor Ort mit ihrer qualifizierten Beratung ist dafür zentral. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen wie Präventionsangebote oder die Medikationsanalyse besser honoriert werden. Botendienste der Apotheken werden jetzt unbefristet bezahlt. Wir schaffen damit einen zusätzlichen finanziellen Spielraum für die Apotheker und Apothekerinnen. 2019 haben wir als Große Koalition die Nacht- und Notdienstvergütung erhöht. In den letzten Jahren haben wir die Apotheken vor Ort also umfassend gestärkt. Darauf wollen wir aufbauen und so ein flächendeckendes Netz an Vor-Ort-Apotheken erhalten und weiter stärken.

Und welche Rolle soll der ausländische Versandhandel künftig einnehmen?
Wir Sozialdemokraten betrachten Versorgung immer aus der Perspektive der Patienten und Versicherten. Die europäischen Versandapotheken sind eine sinnvolle Ergänzung für die optimale Versorgung der Menschen in Deutschland. Deshalb wollen wir auch, dass der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erhalten bleibt. Mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz haben wir einen einheitlichen Abgabepreis geschaffen und sichern damit einen fairen Wettbewerb zwischen den europäischen Versandapotheken auf der einen Seite und der deutschen Apotheke vor Ort auf der anderen Seite. Auch in Zukunft werden wir uns für transparente und gerechte Wettbewerbsbedingungen einsetzen.

Haben Sie schon einmal den Nacht- oder Notdienst einer Apotheke gebraucht?
Ja. Darum war es wichtig und richtig, dass wir die Notdienstvergütung erhöht haben

Das E-Rezept kommt – wo werden Sie es einlösen und warum dort?
Ich löse Rezepte am liebsten in „meiner“ Apotheke ein. 

Wie wollen Sie das flächendeckende Netz der Apotheken vor Ort für die Zukunft bewahren und damit die persönliche, flexible pharmazeutische Betreuung der Patienten sichern?
Siehe Antwort zu Frage 2 


Stefan Schwartze

  • geboren 1974 
  • Beruf: Industriemechaniker bei der Firma Kannegiesser in Vlotho
  • Parteieintritt: 1994 
  • wichtige politische Stationen: seit 2006 Vorsitzender der SPD im Kreis Herford; seit 2014 Vorsitzender der SPD Region Ostwestfalen, seit Oktober 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages
     

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

Ihr Feedback

Schreiben Sie uns!

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.Weitere Informationen