Martin Kesztyüs (Grüne), Hamm - Unna II

Hat die Corona-Pandemie Ihren Blick auf die Apotheken vor Ort verändert – und falls ja, wie?
Martin Kesztyüs: Lokale Versorgung und lokale Wirtschaftskreisläufe sind wichtig. Das hat die Pandemie noch einmal verdeutlicht. Außerdem übernehmen Apotheken in Pandemiezeiten staatliche Aufgaben. Sie stellen Impfzertifikate aus und geben FFP2-Masken an Menschen über 60 ab. Ohne die Apotheken wären wir wohl schlechter durch die schwere Coronazeit gekommen. Aber auch in "normalen" Zeiten ist eine lokale Versorgung für Menschen mit niedriger Mobilität wichtig - so z.B. für Senior*innen. Es ist - insbesondere im ländlichen Raum - eine Aufgabe der Politik die medizinische Versorgung flächendeckend zu gewährleisten. Dazu gehört auch eine durchweg gute Erreichbarkeit von Apotheken. 

Welche Rolle sollen die Apotheken vor Ort nach der Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung der Menschen spielen?
Gerade in Flächenstädten wie Hamm können die Apotheken zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - indem sie den Lieferdienst ausbauen: Einerseits versorgen sie wenig mobile Menschen (Senior*innen, Eltern, Kranke). Tun sie das per E-Bike oder E-Auto leisten sie einen Beitrag zur Minderung des Individualverkehrs, Flächenverbrauch durch Parkplätze. Kombinieren sie das mit Telefonberatung oder sogar Videotelefonie erhalten die Hammer*innen das Beste von Beidem - persönliche, vertrauensvolle Beratung und Versorgung im ländlichen Raum.  

Und welche Rolle soll der ausländische Versandhandel künftig einnehmen?
Der Versandhandel ergänzt das Angebot lokaler Apotheken. Dabei ist es essenziell europäische Qualitäts- und Sicherheitsstandards auch im Online-Handel verpflichtend anzuwenden. Die persönliche Beratung durch lokale Apotheker*innen vor Ort kann der Online-Handel jedoch nicht adäquat ersetzen.

Haben Sie schon einmal den Nacht- oder Notdienst einer Apotheke gebraucht?
Durchaus. Es ist ein Segen, wenn man auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten notwendige Medikamente erhalten kann. 
 
Das E-Rezept kommt – wo werden Sie es einlösen und warum dort?
Ich werde es dort einlösen, wo die Abwicklung für mich unkompliziert und sicher abläuft. Hier haben die lokalen Apotheken einen Wissensvorsprung, denn sie können mir vorab persönlich erklären wie das funktionieren kann. 

Wie wollen Sie das flächendeckende Netz der Apotheken vor Ort für die Zukunft bewahren und damit die persönliche, flexible pharmazeutische Betreuung der Patienten sichern?
Es ist - insbesondere im ländlichen Raum - eine Aufgabe der Politik die medizinische Versorgung flächendeckend zu gewährleisten. Dazu gehört auch eine durchweg gute Erreichbarkeit von Apotheken. Dies gilt insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. 


Martin Kesztyüs

  • geboren 1980
  • ledig
  • Wohnort: Hamm
  • Beruf: Diplomjurist
  • Parteieintritt: 2018
  • wichtigste politische Stationen: 2014 Einzug in den Rat der Stadt Hamm, 2016 sachkundiger Bürger im Personal- und Digitalausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe, 2018-2020 Mitglied im Integrationsrat und im Personalausschuss der Stadt Hamm, Seit 2020 Fraktionsvorsitzender in Hamm - Herringen, Sachkundiger Bürger im Digitalausschuss der Stadt Hamm
          

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

Ihr Feedback

Schreiben Sie uns!

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.Weitere Informationen