Maria Klein-Schmeink (Grüne), Münster

Hat die Corona-Pandemie Ihren Blick auf die Apotheken vor Ort verändert – und falls ja, wie? 
Maria Klein-Schmeink: Die Corona-Pandemie hat erneut sehr deutlich gemacht, wie wichtig eine gute und bedarfsgerechte Arzneimittelversorgung durch Apotheken insbesondere auch vor Ort ist.
 
Welche Rolle sollen die Apotheken vor Ort nach der Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung der Menschen spielen?
Nicht erst seit der Pandemie ist klar, welche große Bedeutung Apotheker*innen für die Gesundheitsversorgung spielen. Ihre Stärke liegt in ihrer heilberuflichen Kompetenz. Wir wollen ihnen daher künftig weitere heilberufliche Aufgaben übertragen. Diese sehen wir insbesondere beim Arzneimittelmanagement, der verstärkten pharmazeutischen Beratung, der Arzneimitteltherapiesicherheit sowie in bestimmten Fällen auch bei Impfungen.
 
Und welche Rolle soll der ausländische Versandhandel künftig einnehmen?
Der Versandhandel mit Rx-Arzneimitteln ist seit etwa 20 Jahren eine, wenn auch kleine, aber doch sinnvolle Ergänzung der Arzneimittelversorgung durch stationäre Apotheken. Klar ist, dass der Versandhandel die gleichen qualitätssichernden und nachhaltbar überprüfbaren Auflagen erfüllen muss wie die stationäre Apotheke. Insgesamt halten wir es für notwendig, dass sich die Gesundheitspolitik Vorschlägen zuwendet, mit denen die künftige Versorgung mit Arzneimitteln insbesondere in ländlichen Regionen, von chronisch kranken, älteren und multimorbiden Patient*innen verbessert wird. Hierzu muss der pharmazeutische Beruf entsprechend aufgewertet und weiterentwickelt werden. Auch strukturelle Verbesserungen, um eine flexiblere Versorgung in ländlichen Räumen zu ermöglichen, halten wir für nötig.
 
Haben Sie schon einmal den Nacht- oder Notdienst einer Apotheke gebraucht?
Gerade in der frühen Familienphase kam es immer mal wieder vor, dass wir z.B. am Wochenende den Apothekennotdienst genutzt haben. Ich selbst vor wenigen Jahren nach einer heftigen Reaktion auf einen Insektenstich.
 
Das E-Rezept kommt – wo werden Sie es einlösen und warum dort?
Für mich ist entscheidend, ob ich das E-Rezept bequem und schnell einlösen kann, das Medikament direkt erhalte und im Bedarfsfall bei Fragen auch fachkundig beraten werde.
 
Wie wollen Sie das flächendeckende Netz der Apotheken vor Ort für die Zukunft bewahren und damit die persönliche, flexible pharmazeutische Betreuung der Patienten sichern?
Wir schlagen vor, den Nacht- und Notdienstfonds um einen Fonds zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in unterversorgten Regionen zu ergänzen. Auch wollen wir den Apotheker*innen übertragene zusätzliche Aufgaben vergüten. Unser Ziel ist es, die pharmazeutischen Leistungen der Apotheker*innen in eine eigene Gebührenordnung bzw. Honorierungssystem zu überführen. Außerdem wollen wir eine moderne und zukunftsgerichtete Ausbildung im Verbund mit einer zeitgemäßen Ausweitung der heilberuflichen Kompetenzen. 


Maria Klein-Schmeink

  • geboren 1958
  • verheiratet, 1 Kind
  • Beruf: verschiedene Positionen in der Erwachsenenbildung
  • Parteieintritt: 1986
  • wichtigste politische Stationen: 1993 bis 2009 Mitglied im Rat der Stadt Münster, 1995 bis 2009 Fraktionssprecherin, seit 2009 Mitglied des Bundestages, in der 17. Wahlperiode Sprecherin für Prävention und Patientenrechte, seit der 18. Wahlperiode Sprecherin für Gesundheitspolitik.

 

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

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