Klaus Kretzer (FDP), Münster

Hat die Corona-Pandemie Ihren Blick auf die Apotheken vor Ort verändert – und falls ja, wie?
Klaus Kretzer: Die Corona-Pandemie hat den Blick auf alle im Gesundheitswesen Tätigen verändert – insbesondere bezogen auf das pflegende und das ärztliche Personal. Endlich bekommen die, die anderen helfen, mehr Wertschätzung. Zu denen, die immer – rund um die Uhr – helfen, gehören auch die Apothekerinnen und Apotheker. Es war in der Pandemie gut zu wissen, dass die Struktur der vielen Niedergelassenen, aber auch der Versandapotheken – dem Stresstest, den das gesamte Gesundheitssystem ausgesetzt war, standgehalten hat. Die Apotheker:innen haben sich als sehr flexibel gezeigt und in den verschiedenen Phasen der Pandemie mit ihren Services, wie zum Beispiel den Corona-Tests oder den digitalen Impfzertifikaten, wesentlich dazu beigetragen, dass die Bürgerinnen und Bürger kompetente Hilfe in unmittelbarer Nähe erhalten haben.

Welche Rolle sollen die Apotheken vor Ort nach der Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung der Menschen spielen?
Eine flächendenkende pharmazeutische Versorgung wird in einer zunehmend alternden Gesellschaft an Bedeutung gewinnen. Die Apotheker:innen sollen Ansprechpartner/Berater für alle Fragen rund um die Medikation der Patienten sein und mit attraktiven Serviceangeboten den Wettbewerb mit zum Beispiel Versandapotheken nicht scheuen.

Und welche Rolle soll der ausländische Versandhandel künftig einnehmen?
Der Versandhandel hat und wird auch in Zukunft eine ergänzende wichtige Rolle in der Versorgung mit Medikamenten spielen. Insbesondere sorgt dies dafür, dass die Patienten Wahlfreiheit gegeben wird. Wichtig ist uns als Freie Demokraten, dass es im Wettbewerb von Vorort-Apotheken und Versandapotheken einen fairen Wettbewerb gibt, in dem für alle die gleichen Regeln gelten – soweit dies möglich ist.

Haben Sie schon einmal den Nacht- oder Notdienst einer Apotheke gebraucht?
Als Vater von drei Kindern habe ich selbstverständlich schon einmal den Nacht- und Notdienst aufsuchen müssen und war froh, dass es ihn gab.

Das E-Rezept kommt – wo werden Sie es einlösen und warum dort?
Als mündiger Bürger und dann eben auch als Patient behalte ich mir vor, immer wieder neu zu entscheiden, wie und wo ich mein Rezept einlöse. Insbesondere bei Medikamenten für die Akutversorgung bei Krankheit wird die Apotheke vor Ort die erste Wahl sein. Sofern jedoch mal eine Dauermedikation von Nöten sein wird, kann ich mir auch vorstellen Online-Services auszuprobieren. Dies kann dann auch eine Versandapotheke sein.

Wie wollen Sie das flächendeckende Netz der Apotheken vor Ort für die Zukunft bewahren und damit die persönliche, flexible pharmazeutische Betreuung der Patienten sichern?
Diese Frage kann man kaum in ein paar Sätzen beantworten. Apotheker sind häufig eng mit Haus- und Fachärzten verknüpft. Daher müssen wir in der Fläche dafür sorgen, dass eine Versorgung mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten vorhanden oder ggf. auch wieder hergestellt wird. Gleichzeitig wird man immer wieder die Gebühren für Apotheker im Blick behalten müssen. Meiner Auffassung nach war die Entlohnung für die o.g. Services während der Corona-Pandemie überaus großzügig. Mit Blick auf den Nachwuchs ist es wichtig, dass AVWL sich nun stärker an der PTA-Schule in Münster beteiligt. Es ist zu hoffen, dass es hier schnell zu einer Einigung zwischen AVWL und Stadt Münster kommt. Abschließend sei auch noch auf die Wettbewerbsregeln zwischen den Vorort-Apotheken und den Versandapotheken verwiesen (s.o.).


geboren 1978
verheiratet, drei Kinder
Wohnort: Münster
Beruf: Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur
Parteieintritt: 2018
wichtigste politische Stationen: Kandidatur für den Bundestag, Kandidatur für den Rat der Stadt Münster, Mitglied im Ortsvorstand

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

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