Jochen Lipproß (FDP), Märkischer Kreis II

Hat die Corona-Pandemie Ihren Blick auf die Apotheken vor Ort verändert – und falls ja, wie?
Jochen Lipproß: Nein, warum auch? Apotheken waren und sind für mich ein Bestandteil der Nahversorgung.

Welche Rolle sollen die Apotheken vor Ort nach der Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung der Menschen spielen?
Gegenfrage: Haben Sie nach dieser Infektionswelle Erfahrungen, die eine Systemänderung erforderlich machen? Wenn ja, welche?

Und welche Rolle soll der ausländische Versandhandel künftig einnehmen?
Fühle mich aktuell nicht informiert / kompetent genug, um zu diesem speziellem Thema eine qualifizierte Stellungnahme abgeben zu können. Ich persönlich unterstütze gerne den Handel vor Ort.

Haben Sie schon einmal den Nacht- oder Notdienst einer Apotheke gebraucht?
Ja – sogar schon mehrfach und bin dankbar für diese Hilfen.

Das E-Rezept kommt – wo werden Sie es einlösen und warum dort?
Auf Grund eigener Erfahrungen mit der Versorgung einer 95-jährigen Mutter stelle ich fest, dass die bestehende Rezeptsystematik von der Bestellung beim Arzt bis zur Ankunft beim Patienten sehr aufwendig, umständlich und zeitraubend/verzögernd ist. Dies ist aber kein reines Apothekenproblem, sondern zieht sich durch die gesamte medizinische Versorgung. Ich stelle als Abfallwirtschaftler mit Erschrecken fest, dass die Bewirtschaftung von Abfällen in Teilen besser organisiert ist als die Behandlung von Menschen.  Das E-Rezept mag diese Abläufe  verbessern.  Einlösen werde ich meine Rezepte weiterhin bei meiner Lieblingsapotheke mit dem freundlichen und kompetenten Beratungsteam.

Wie wollen Sie das flächendeckende Netz der Apotheken vor Ort für die Zukunft bewahren und damit die persönliche, flexible pharmazeutische Betreuung der Patienten sichern? 
Mit der notwendigen Digitalisierung (siehe Antwort zu Frage 5) werden Veränderungen einhergehen, die zu Lasten von Vor-Ort-Angeboten gehen können. Auch das ist eine Entwicklung, die sicher nicht nur Apotheken, sondern auch alle anderen örtlichen Handelsangebote trifft und weiter bedroht. Politik wird den gesamten örtlichen Handel ganzheitlich fördern müssen, um diese Dienstleistungen und somit das kommunale Leben zu erhalten. Andersherum gesagt: Ortsnahe Apotheken sind wohl nur in Gesamtkonzepten mit dem gesamten Einzelhandel überlebensfähig. 


Jochen Lipproß

  • geboren 1957
  • verheiratet, vier Kinder, drei Enkelinnen
  • Beruf: Diplim-Agraringenieur, Geschäftsführer eines Abfallwirtschaftsbetriebes
  • Parteieintritt: 2000
  • wichtige politische Stationen. 2002, 2005 und 2021 Bundestagskandidate der FDp im Märkischen Kreis II

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

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