Felix Oekentorp (Die Linke), Herne - Bochum II

Hat die Corona-Pandemie Ihren Blick auf die Apotheken vor Ort verändert – und falls ja, wie?
Felix Oekentorp:
Persönlich habe ich das Glück gehabt, nicht von Corona betroffen gewesen zu sein, und bin nun als Geimpfter optimistisch, dass sich das nicht mehr wesentlich ändern wird. Der mediale Fokus auf Corona betraf eher die Frage der Versorgung mit Intensivbetten in Krankenhäusern. Für Krankenhäuser wie für Apotheken war ich schon vor Corona ein Anhänger einer Versorgung im Nahbereich. Die Schließung "unrentabler" Krankenhäuser, wie es nach wie vor geschieht, halte ich für verheerend. Gesundheit ist keine Ware!

Welche Rolle sollen die Apotheken vor Ort nach der Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung der Menschen spielen?
Zusammen mit dem Arzt ist das Fachpersonal in den Apotheken ein wichtiger Ansprechpartner im Bereich der Gesundheit. Daran darf sich auch nach Corona nichts ändern.

Und welche Rolle soll der ausländische Versandhandel künftig einnehmen?
In meinem Leben spielt der Versandhandel mit Medikamenten keine Rolle, und wenn der Staat seine Fürsorgepflicht ernst nimmt, dann darf er auch sonst keine Rolle spielen. Der Staat, der mir im Auto die Gurtpflicht vorschreibt und auf dem Motorrad die Helmpflicht, der darf mich bei der Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten nicht allein lassen mit anonymen Versandunternehmen.

Haben Sie schon einmal den Nacht- oder Notdienst einer Apotheke gebraucht?
Glücklicherweise bin ich gesundheitlich von dieser Notwendigkeit bislang verschont geblieben, aber auch ich werde nicht jünger.

Das E-Rezept kommt – wo werden Sie es einlösen und warum dort?
Es gibt für mich zwei Apotheken, eine am Ärztehaus in dem mein Internist seine Praxis hat und eine etwa 50 Meter von meiner Wohnung entfernt. Dort bekomme ich meine Medikamente seit Jahren und da werde ich sie auch weiterhin holen.

Wie wollen Sie das flächendeckende Netz der Apotheken vor Ort für die Zukunft bewahren und damit die persönliche, flexible pharmazeutische Betreuung der Patienten sichern?
So wie ich die Buchpreisbindung für richtig halte, so halte ich auch die Apothekenpflicht für Medikamente weiterhin für notwendig. Und eine Apothekenpflicht setzt voraus, dass die Medikamente persönlich von Fachkräften überreicht werden.


Felix Oekentorp

  • geboren 1963
  • ledig und kinderlos
  • Wohnort: Bochum
  • Parteieintritt: 2010
  • politische Stationen: AStA-Referent für Frieden und Internationales an der Ruhr-Uni, hauptamtlicher Geschäftsführer der DFG-VK NRW, der Deutschen Friedensgesellschaft, Mitarbeiter der Landtagsfraktion der Linken bis zur vorgezogenen Neuwahl 2012
     

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