Hilchenbach/Münster. 23.04.2021
Aktuelles

Lieferengpässe bei Arzneimitteln weiter auf hohem Niveau

Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Magensäureblocker: „Lieferengpässe machen uns nach wie vor in den Apotheken vor Ort zu schaffen“, sagt Dr. Christof Werner, Vorsitzender der Bezirksgruppe Siegen-Wittgenstein im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL). 

Im Jahr 2020 waren 16,7 Millionen Rabattarzneimittel nicht verfügbar. Damit blieben die Lieferengpässe in Apotheken auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr (18,0 Millionen). Das zeigt eine Auswertung der Verordnungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung, die das Deutsche Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) im Auftrag des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) erstellt hat. Immerhin: „Seit April 2020 sind uns wegen der Corona-Pandemie vom Gesetzgeber einige Erleichterungen bei der Auswahl von Ersatzmedikamenten zugestanden worden. Das hat das Problem etwas entschärft“, sagt Dr. Werner. Nun könne man die Patienten schneller mit Austauschpräparaten versorgen. 

Verantwortungsbewusst

„Die so genannte SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung gibt den Apotheken mehr Flexibilität im Falle von Lieferengpässen“, so Dr. Klaus Michels, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Diese Flexibilität bei der Auswahl von Austauschpräparaten habe im Übrigen nicht zu einer Kostensteigerung geführt. Vielmehr habe die Umsetzung der Rabattverträge mit Arzneimittelherstellern durch Apotheken den Krankenkassen im Jahr 2020 einen neuen Rekord bei den Einsparungen eingebracht. Mit 4,966 Milliarden Euro liegen die Minderausgaben leicht über denen des Vorjahres (2019: 4,965 Mrd. Euro). Die Apotheken hätten also bewiesen, dass sie den Spielraum sehr verantwortungsbewusst nutzen, so Dr. Michels. Er fordert daher, den Apotheken unabhängig von der Pandemie auch in Zukunft die pharmazeutische Beinfreiheit zu lassen, Ersatzmedikamente auszu-wählen. „Lieferengpässe waren schon vor Corona da, und es wird sie auch danach geben.“

„In den Apotheken betreiben wir jeden Tag einen großen personellen und logistischen Aufwand, um Patienten mit gleichwertigen Austauschpräparaten zu versorgen, wenn ein bestimmtes Medikament eines Herstellers nicht lieferbar ist“, sagt Dr. Christof Werner, Apotheker in Hilchenbach. Seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als einem Jahr ist das besonders herausfordernd, da zusätzlich auch noch die Kontakte reduziert, also wiederholte Apothekenbesuche vermieden werden sollten. „Zudem sind die Apothekenteams mit der Durchführung von Schnelltests und der Versorgung der Arztpraxen mit Impfstoff stark gefordert.“

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