Brilon/Münster 09.09.2026
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Wie man den Impf-Prozess optimiert

Impfen schützt. Als Heilberuflerin will Apothekerin Sandra Dietrich-Siebert dazu ihren Beitrag leisten. Deshalb baut sie ihre Apotheke in Brilon zu einem Präventionszentrum aus. Wie sie das macht, erläutert die Vorsitzende der Bezirksgruppe Hochsauerland des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) hier im Interview und ausführlich am 13.03.2027 auf dem AVWL-Impfkongress in Münster.

Warum impfen Sie in Ihrer Apotheke?
Sandra Dietrich-Siebert: Der doppelte demografische Wandel, also die Alterung sowohl der Bevölkerung als auch des Gesundheitspersonals, stellt die Gesundheitsversorgung vor große Herausforderungen, gerade bei uns im ländlichen Raum. In Westfalen-Lippe sind mittlerweile 40 Prozent der Hausärzte 60 Jahre und älter. Im Hochsauerland arbeiten Politik und die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens seit Jahren an Lösungen, um die Gesundheitsversorgung zu sichern. Da fühle ich mich als Heilberuflerin verpflichtet, nicht nur die Arzneimittelversorgung sicherzustellen, sondern als niedrigschwellige, wohnortnahe Anlaufstelle für Präventionsleistungen wie Impfungen aber auch Gesundheitsberatung zur Verfügung zu stehen und zum Beispiel meinen Beitrag zum Infektionsschutz zu leisten. Das verstehe ich nicht als Konkurrenz, sondern als eine Ergänzung des bestehenden Systems.

Da spricht die Heilberuflerin aus Ihnen. Aber rechnet sich dieses Engagement auch für die Kauf-frau, die eine niedergelassene Apothekerin auch ist?
Ein Minus machen wir mit den Impfungen nicht. Allerdings haben wir in den vergangenen Jahren auch viel an den Abläufen gefeilt. Der gesamte Prozess muss wirklich gut verzahnt und komplett digitalisiert sein. Das Impfen rechnet sich für uns unterm Strich deshalb, weil ich es als Teil eines Gesamtkonzeptes sehe: Neben der reinen Arzneimittelversorgung baue ich meine Apotheke zu einem Präventions- und Beratungszentrum auf, biete zum Beispiel Blutanalysen an sowie DNA-basierte Gesundheitsberatung, demnächst auch Schlafberatung und anderes mehr. Dies dient der Kundenbindung und der Positionierung der Vor-Ort-Apotheke gerade im Wettbewerb mit Versandhändlern. Und wenn wir Apotheken nicht impfen, dann werden es am Ende andere tun.

Nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels fürchten viele Apotheken, nicht die Kapazitäten für solche zusätzlichen Leistungen zu haben …
Die Kapazitäten muss man langsam aufbauen und sich an die Aufgaben heranarbeiten, indem man vielleicht anfangs nur zwei bis drei Stunden pro Woche Impfungen anbietet, pro Stunde nur wenige Impfungen durchführt und sich dann nach und nach steigert. Natürlich bedeutet dieser Strukturwandel auch eine Kraftanstrengung. Wer wie ich den Beruf schon viele Jahre ausübt und in Zeiten gestartet ist, als die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung nahezu die einzige Aufgabe der Apotheken war, der kann diese Neuausrichtung seines Betriebes nicht in wenigen Stunden vollziehen. Im Übrigen sind gerade diese neuen Leistungen wie Impfungen ein wichtiges Instrument gegen den Fachkräftemangel, denn damit eröffnet man den Beschäftigten neue Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten. Meine Mitarbeiter finden Impfen super und freuen sich, dass wir nun durch die Apothekenreform Impfungen das ganze Jahr über anbieten können.

Und wie ist die Resonanz der Kunden auf das Impfangebot?
Sehr, sehr positiv. Wir haben zum Beispiel viele Berufstätige, die keinen passenden Termin in der Arztpraxis bekommen haben und sich ohne unser Angebot gar nicht hätten impfen lassen. Zu sehen, wie dankbar diese Kunden sind, tut sehr gut. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Patientin, die sehr nervös war und richtig Angst vor der Impfung hatte. Wir haben sie dann beruhigt, mit ihr gesprochen, sodass sie die Nadel gar nicht bemerkt hat. Am Ende war sie völlig überrascht, dass alles schon vorbei war. Jetzt hat sie ihre Impf-Angst überwunden und kommt jedes Jahr wieder.


Von Best-Practice-Beispielen lernen

Wie geht man das Impfen am besten an, wie organisiert man die Prozesse, wie optimiert man die Abläufe? Impf-Apothekerinnen wie Sandra Dietrich-Siebert teilen ihre Erfahrungen beim AVWL-Impfkongress.

Termin:     Samstag, 13.03.2027, 10.00 Uhr –17.00 Uhr
Ort:     Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

Themen: 

  • Impfschulung
  • Best-Practice-Workshops
  • Fachvorträge zu Impfstoffen gegen FSME, Pneumokokken, Keuchhusten etc.
  • Vertragsgrundlagen und Abrechnung
  • Digitale Tools für Terminbuchung, Abrechnung und Dokumentation
  • Fachmesse
  • und anderes mehr

Mehr Infos unter www.apothekerverband.de > AVWL-Impfkongress 

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Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

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