Münster 14.04.2026
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Wenn die Apotheke Pate steht

Warum sie eine PTA-Ausbildung macht? Weil sie sich für Naturwissenschaften interessiert und „weil die Beschäftigten auf mich immer so glücklich in ihrem Job gewirkt haben, wenn ich in der Apotheke war“, erklärt Lilli Bretsch ihren Berufswunsch. Aber stimmen Schein und Sein auch überein? Das wollte Lilli Bretsch nicht erst am Ende der Schulzeit herausfinden. Deshalb nimmt sie am Projekt PTA-Patenschaft teil und jobbt nach dem Unterricht und in den Ferien in der Jahreszeiten-Apotheke in Münster.

Geld, Wissen, Motivation

Das Projekt ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, schon frühzeitig während der Ausbildung für ein paar Stunden pro Monat in ihrer Patenschaftsapotheke mitzuarbeiten und so nicht nur nebenbei Geld zu verdienen, sondern auch Einblicke in den Berufsalltag zu bekommen. Apotheken in Westfalen-Lippe bekommen auf der anderen Seite die Chance, Fachkräfte von morgen schon heute an sich zu binden sowie einen Beitrag zu einer guten Ausbildung zu leisten.

Dazuverdient hat sich Lilli Bretsch auch schon vor der Ausbildung etwas. Damals hat sie nebenbei gekellnert. Doch der Job in der Apotheke zahlt sich nicht nur finanziell aus, sagt sie: „Ich erfahre hier, wofür ich in der Schule lerne. Das gibt mir sehr viel Motivation für die anspruchsvolle Ausbildung.“ Zudem lerne sie den Echtbetrieb, also den Berufsalltag kennen. Ein Praxisschock am Ende der Schulzeit dürfte ihr damit erspart bleiben.

Morgens zur PTA-Fachschule in Münster, nachmittags in die Apotheke: „Das ist schon knackig“, räumt sie ein. Auf der anderen Seite erspart ihr der Job manche Stunde Lernen. Denn bei der Arbeit wiederholt sie ganz nebenbei, was sie im Unterricht erfahren hat. Oder sie eignet sich im Job schon im Voraus an, was Tage später in der Schule drankommt. Lilli Bretsch übernimmt in der Jahreszeiten-Apotheke vor allem PKA-Aufgaben, verbucht die eingegangene Ware, füllt die Sichtwahl auf, macht Inventur in der Freiwahl. Und mit jeder Packung, die sie in Händen hält, vertieft sie ihr Wissen über die Wirkung oder lernt etwas Neues über ein Arzneimittel dazu. Zugleich beobachtet sie, wie ihre künftigen PTA-Kolleginnen und -Kollegen die Patienten beraten. „Da kann ich mir das ein oder andere schon einmal abgucken“, sagt sie. „Wenn ich dabei erlebe, wie überschwänglich sich Patientinnen und Patienten für die Hilfe bedanken, dann weiß ich: Dafür mache ich das!“

Ein Gewinn für alle

37 Stunden pro Monat arbeitet Lilli Bretsch in der Apotheke. In den Ferien sind es ein paar Stunden mehr, dafür vor den Klausuren ein paar Stunden weniger. Die Flexibilität kommt nicht nur der Patenschülerin zugute, sondern auch der Apotheke: „Viele PKA haben schulpflichtige Kinder und müssen in den Ferien Urlaub nehmen. Dann können wir die Unterstützung unserer Patenschülerin sehr gut gebrauchen“, erklärt Jan Harbecke, Inhaber der Jahreszeiten-Apotheke und Vorstandsmit-glied des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL). 

Aber auch außerhalb der Ferien ist die Patenschülerin ein echter Gewinn für die Apotheke. Die Zeit, die sein Team investiert habe, um Lilli Bretsch anzulernen, sei nachhaltig investiert, so Harbecke. „Anders als ein Praktikant bleibt das Patenkind über zwei Jahre bei uns und arbeitet mit. Nach der Schule verkürzt sich die Einarbeitungsphase im Praktikum oder im späteren Berufsalltag entsprechend.“ Denn es ist das Ziel der Patenschaft, eine langfristige Bindung zwischen Arbeitgeber und PTA aufzubauen: „Wenn es einem in der Apotheke gut gefällt, dann möchte man natürlich bleiben“, bestätigt Lilli Bretsch. „Eine PTA-Patenschaft ist ein hervorragendes Instrument gegen den Fachkräftemangel“, sagt auch Jan Harbecke.

Und wie sieht es nun also nach den ersten Monaten hinter der Apothekenkulisse mit Schein und Sein aus? Sind die Apothekenbeschäftigten tatsächlich so glücklich in ihrem Beruf? Lilli Bretsch lacht und antwortet: „Ich bin hier nicht enttäuscht worden.“


Wie der Pate zum Kind kommt

Das Projekt PTA-Patenschaft ist vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg initiiert worden. Der AVWL beteiligt sich seit Herbst 2025 daran. 

Die PTA-Patenschaft ermöglicht Apothekenleitern, angehende PTA bereits während ihrer zweijährigen schulischen Ausbildung durch eine Patenschaft inhaltlich, fachlich und finanziell zu unterstützen, somit für die Apotheke vor Ort zu begeistern, an den eigenen Betrieb zu binden und dem Nachwuchsmangel aktiv etwas entgegenzusetzen.

Der Ablauf ist unkompliziert. Alle Infos, wie sich Apotheken registrieren, eine Annonce aufgeben können, wie Schüler eine Patenschaftsapotheke finden und sich dort bewerben, sind neben Antworten auf weitere Fragen auf der Seite https://www.pta-patenschaft.de/ zu finden.
 

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Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montag bis Freitag:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

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