Am Montag, 23. März 2026, bleibt die Mehrheit der Apotheken im Kreis Minden-Lübbecke aus Protest geschlossen. Neben den Apothekenschließungen, zu denen die Apothekerverbände aufgerufen haben, gibt es zentrale Kundgebungen, Demonstrationen und Versammlungen in Düsseldorf, Hannover, Berlin und München. Viele Apothekenteams im Westen werden an diesem Tag nicht nur die Apotheke geschlossen halten, sondern auch an der zentralen Protestkundgebung der Apothekerinnen und Apotheker aus ganz NRW in Düsseldorf teilnehmen. Die Apotheken wollen so ein Zeichen setzen, damit die Politik die Versorgung der Bevölkerung sichert und die Apotheken vor Ort stabilisiert.
Patientinnen und Patienten mit dringendem Medikamentenbedarf müssen sich aber keine Sorgen machen: Die Versorgung wird über die notdiensthabenden Apotheken sichergestellt. „Die Apotheken in ganz Deutschland stehen unter enormem Druck, viele befinden sich mittlerweile in einer existenzbedrohenden Situation, weil sie chronisch unterfinanziert sind – auch bei uns in der Region“, sagen Apothekerin Sandra Haas, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL), und ihre Kollegin Manuela Schier, Sprecherin der Bezirksgruppe Minden-Lübbecke im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL).
„Seit 13 Jahren wurde das Honorar bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht mehr angepasst. Im gleichen Zeitraum – also seit 2013 – sind die Betriebskosten, vor allem die Löhne für das Personal, massiv gestiegen. Diese chronische Unterfinanzierung hat dazu geführt, dass bundesweit fast jede fünfte Apotheke für immer schließen musste. Gerade in Zeiten zunehmender Krisen und einer alternden Bevölkerung werden wohnortnahe Apotheken aber mehr gebraucht denn je. Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einzulösen und die flächendeckende Versorgung durch eine faire Vergütung zu sichern.“
Die beiden fügen hinzu: „Unsere Patientinnen und Patienten bitten wir um Verständnis, wenn die Apotheken geschlossen sind. Wer regelmäßig auf Arzneimittel angewiesen ist, sollte diese am besten schon vor dem Protesttag in der Apotheke abholen. Wir kämpfen mit unserem Protesttag auch dafür, dass Ihre Apotheke um die Ecke erhalten bleibt.“ Patientinnen und Patienten können die Apotheken unterstützen, indem sie sich an einer Online-Petition beteiligen. Diese steht auf der Plattform Open Petition unter dem Titel „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!“ bereit.
Online: über den Notdienst-Finder unter www.aponet.de Telefonisch: unter Rufnummer 0800 00 22 8 33 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz) Mobil: Aus dem deutschen Mobilfunknetz die 22 8 33 anrufen, die Ansage des Notdienstes aus-wählen, Postleitzahl angeben und sich die nächstgelegenen Apotheken ansagen lassen (69 Cent/Minute). Alternativ: SMS mit Postleitzahl an 22833 (69 Cent/SMS). In der Zeitung: Viele regionale Tageszeitungen berichten außerdem im Lokal- oder Serviceteil über den Apothekennotdienst vor Ort.
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