Münster 09.02.2026
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Olivia Kalverkamp vertritt die niedergelassenen Apotheker in Münster

Vor knapp drei Jahren hat sich Olivia Kalverkamp selbstständig gemacht. Und weil sie das sehr gern ist und auch noch möglichst lange bleiben möchte, hat die 35-Jährige nun zusätzlich ein Ehrenamt übernommen: Die Inhaberin der Apotheke am Burloh in Münster-Kinderhaus vertritt die Interessen der niedergelassenen Apotheker in der Stadt. Die Mitgliederversammlung hat sie jetzt einstimmig zur Vorsitzenden der Bezirksgruppe Münster im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) gewählt.

„Dass viele Apotheken vor Ort mittlerweile wirtschaftlich unter Druck stehen, ist längst kein Geheimnis mehr. Deshalb möchte ich etwas tun, statt nur zu klagen. Denn ich will, dass die Apotheken und deren Mitarbeitende eine gute Zukunft haben und unsere Patientinnen und Patienten weiterhin sehr gut versorgt sind“, erklärt Kalverkamp, warum sie sich für den Posten zur Verfügung gestellt hat. 

Seit dem Jahr 2013 musste bundesweit jede fünfte Apotheke schließen. Damals ist die staatlich geregelte Vergütung zum letzten Mal um wenige Prozentpunkte erhöht worden. Seitdem aber sind Personal- und Sachkosten um 65 Prozent gestiegen. „Mittlerweile ist ein Viertel der Apotheken wirtschaftlich massiv gefährdet, fast zehn Prozent sind defizitär“, so Kalverkamp. „Die Bundespolitik muss daher ihr Versprechen, welches sie im Koalitionsvertrag gegeben hat, einlösen und die Apothekenhonorierung schnellstmöglich erhöhen, um so das Apothekensterben zu stoppen“, fordert Kalverkamp. Zwar plant die Regierung derzeit eine Apothekenreform – doch die Honorarfrage ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wenn das Apothekennetz weiter ausdünne, werde dies auch zum Risiko für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger, nicht nur bei akuten Erkrankungen, in Notfällen und auch Krisensituationen. „Wir Apotheken vor Ort bieten den Menschen jederzeit einen niederschwelligen Zugang zu Gesundheitsleistungen und zu Gesundheitsinformationen. Wir entlasten damit das Gesundheitssystem und andere Gesundheitsberufe. Wer uns wegspart, macht die Gesundheitsversorgung am Ende nur teurer.“ Ganz abgesehen davon, dass es bei den Apotheken nicht viel zu sparen gebe: Auf sie entfielen gerade einmal 1,8 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen. „Für ihre Verwaltung geben die Krankenkassen mehr als doppelt so viel aus.“

Für die neue Bezirksgruppenvorsitzende wird es voraussichtlich bald nach ihrem Amtsantritt viel zu tun geben. Die Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände – ABDA hat bereits einen „Frühling der Proteste“ angekündigt. Die zweifache Mutter Olivia Kalverkamp ist daher froh, dass sie die Bezirksgruppe nicht allein führt: Jan Borghorst von der Linden-Apotheke in Münster-Gremmendorf ist ihr Stellvertreter. Auch ihn hat die Bezirksgruppe nun einstimmig ins Amt gewählt. „Im Alleingang könnte ich das nicht stemmen“, so Kalverkamp. „Wir werden ein gutes Team sein – und möglichst alle Apotheken hier in Münster mit ins Boot holen.“
 

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