Münster/Siegen 23.09.2019
Aktuelles

Keine Angst vor Betäubungsmittel-Rezepten

Neue Betäubungsmittel, mehr Verschreibungen, strenge Regeln: Da ist die Sorge groß, etwas falsch zu machen, wenn ein Patient mit einem BtM-Rezept in die Apotheke kommt. Matthias Bauer, Leiter der PTA-Fachschule in Siegen, weiß, worauf es ankommt. 

Warum ist der Respekt in den Apotheken vor BtM-Rezepten, also Verschreibungen für Betäubungsmittel so groß?
Matthias Bauer:
Der Anteil der Betäubungsmittel-Verordnungen hat in den vergangenen Jahren aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse stark zugenommen. Cannabis gibt es nun auf Rezept, Schmerzpflaster werden viel häufiger verschrieben, damit Schmerzen erst gar nicht chronifizieren. Früher, als es noch viel weniger Verordnungen gab, konnte sich der Chef in der Apotheke vielleicht noch allein um die BtM-Rezepte kümmern. Heute muss das ganze Apothekenteam dazu in der Lage sein. Da ist die Sorge groß vor Fehlern in der Dokumentation sowie bei der Abgabe – und damit auch die Angst davor, dass die Krankenkassen aufgrund von Formfehlern nicht zahlen und der Apotheker auf seinen Kosten sitzen bleibt. 

Sind die Ängste vor den BtM-Rezepten denn berechtigt?
Es geht bei den Betäubungsmitteln teils um sehr hohe Beträge, die die Kassen bei Fehlern nicht erstatten. Insofern sind die Sorgen der Apotheker verständlich, dass sich die Kassen wegen kleiner Dokumentationsmängel weigern, Kosten zu übernehmen. Die Angst vor einer Revision ist aber unberechtigt, wenn man alle geforderten Nachweise und Belege lückenlos erbringen kann, also die Anforderungen an die Dokumentation erfüllt. Fehler, etwa wenn man sich verschreibt, lassen sich im Übrigen korrigieren, wenn man Regeln beachtet. Wie das geht – das erkläre ich am 30. Oktober im Seminar beim Apothekerverband Westfalen-Lippe in Münster.

Was ist noch bei den Betäubungsmitteln zu beachten?
Der Begriff Betäubungsmittel ist eigentlich unglücklich und löst bei vielen Patienten die Sorge vor Abhängigkeiten aus. Vor allem ältere Patienten sind sehr leidensfähig. Da besteht das Risiko, dass die Schmerzen chronifizieren, wenn Patienten aufgrund von Vorbehalten die Mittel nicht einnehmen. Daher ist eine gute Beratung sehr wichtig. Die Patienten müssen vom Apothekenteam gut aufgeklärt werden. Auch das vermittele ich im Seminar. 

Was man für einen korrekten Umgang mit Betäubungsmittel noch wissen muss, erklärt Matthias Bauer am 30. Oktober beim AVWL-Seminar „Betäubungsmittel in der Apotheke“ in Münster. Weitere Infos hier

zur Übersicht

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montags, Dienstags & Donnerstags:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 17:30 Uhr

Mittwochs und Freitags:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

Ihr Feedback

Schreiben Sie uns!

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.Weitere Informationen