Münster 03.02.2021
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Grippeimpfstoff: Erst Engpass, nun Überschuss

Erst der Andrang, dann die Flaute. Im vergangenen Herbst war die Nachfrage nach Grippeimpfungen groß. Vorübergehend kam es zu Lieferengpässen und Patienten wurden von den Arztpraxen auf Wartelisten gesetzt. Nun aber ist in vielen Apotheken vor Ort noch Impfstoff übrig. Das zeigt eine Umfrage des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL).

Mit Hilfe der Notfallreserve des Bundes sei es gelungen, einen echten Versorgungsengpass abzuwenden, so Thomas Rochell, Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Das Bundesgesundheitsministerium hatte im Corona-Jahr einen Vorrat von sechs Millionen Grippeimpfdosen angelegt. Da sich in dieser Saison mehr Patienten gegen Grippe impfen ließen als in vergangenen Jahren, habe man diese Reserve auch dringend benötigt, so Rochell. Allein mit den Impfstoff-Vorbestellungen der Ärzte hätte man die Nachfrage nicht decken können.

Reserve zu spät

Allerdings sei diese nationale Reserve erst spät an die Apotheken vor Ort ausgeliefert worden, so Rochell. Die Nachfrage nach Impfungen sei vor allem zu Beginn der Saison im September besonders hoch gewesen. Im Oktober und November dann sei es zu Engpässen gekommen. Die Impfdosen aus der nationalen Reserve aber seien teils erst im Dezember eingetroffen. „Da hatten viele Patienten offenbar das Interesse verloren – auch weil die Zahl der Grippeinfektionen in diesem Jahr sehr niedrig ist und viele Patienten im Lockdown, der sich abzeichnete, ihr persönliches Risiko einer An-steckung als sehr gering einschätzen.“ 

„Es darf aber nicht sein, dass die Apotheken nun allein das Risiko tragen und auf den Kosten für diese Impfdosen sitzen bleiben“, kritisiert Thomas Rochell und fordert hier eine Lösung.

„Es ist äußerst positiv, dass die Impfbereitschaft grundsätzlich deutlich gestiegen ist“, fügt er hinzu. „Wir müssen nun alles dafür tun, dass die Zahl der Impfwilligen im nächsten Winter ähnlich hoch wird.“ Denn mit steigender Zahl von Corona-Impfungen könnten die Bürger wieder mehr Freiheit genießen. Somit nehme das Risiko einer Grippe-Infektion wieder zu. 

„Das heißt aber auch, dass die Ärzte erneut großzügig kalkulieren müssen, bei den Impfstoff-Vorbestellungen, die sie jetzt bereits für den kommenden Herbst abgeben müssen“, so Rochell. Das Verfahren für den Vorbestell-Prozess müsse noch einmal nachgebessert werden. „Diese Saison hat uns gezeigt, welche negativen Auswirkungen Lieferengpässe auf die Impfbereitschaft haben können.“
 

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