Plettenberg/Münster 23.05.2020
Aktuelles

Das E-Rezept kommt

Das E-Rezept kommt. „Wir Apotheker begrüßen dies und unterstützen diese Entwicklung“, sagt Jörg Lehmann, Vorsitzender der Bezirksgruppe Märkischer Kreis (Süd) im Apothekerverband Westfalen-Lippe. Im Laufe des nächsten Jahres soll die Gematik (Gesellschaft für Telematikinfrastruktur) eine zentrale App zur Verfügung stellen, damit Patienten eine Verordnung des Arztes sicher und datengeschützt auf das Handy erhalten können. Wie hilfreich diese Lösung sein kann, ist durch die Corona-Krise deutlich geworden.

Die Vorteile
„Der Patient kann künftig über eine Anwendung auf dem Smartphone seine Wunschapotheke suchen und ihr das Rezept zuweisen", erklärt Jörg Lehmann. Über einen Botendienst könne er sich die Arznei gegebenenfalls auch liefern lassen. „Für Menschen, die krank sind und ins Bett gehören oder die nicht mobil sind, bedeutet das eine große Hilfe", so Jörg Lehmann. 

„Patienten, die kein E-Rezept wünschen oder kein Smartphone besitzen, müssen aber auch künftig von ihrem Arzt eine Papierlösung bekommen und damit in die Apotheke vor Ort gehen können“, fordert Dr. Klaus Michels, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL). Der Entwurf für das Patientendatenschutzgesetz, der derzeit das parlamentarische Verfahren durchläuft, sieht vor, dass es ab 2022 fast ausschließlich das E-Rezept geben soll.  

„Es bleibt wichtig, dass der Patient künftig weiterhin entscheiden kann und die Wahl hat, in welche Apotheke er sein Rezept übermitteln möchte“, betont Dr. Klaus Michels. So könne der Patient sichergehen, auch in Zukunft von der gewohnten Apotheke vor Ort und seinem vertrauten Apothekenteam beraten und versorgt zu werden. 

Gesundheitslotse vor Ort
„Je besser wir unsere Patienten kennen, umso so besser können wir ihnen helfen“, fügt Jörg Lehmann hinzu. Wenn die Therapie umgestellt werde und neue Arzneimittel verschrieben würden, wenn ein Patient ein Mittel nicht gut vertrage, wenn er mehrere Arzneimittel zu verschiedenen Tageszeiten einnehmen müsse, wenn bei Lieferengpässen das vertraute Mittel nicht verfügbar sei – dann sei es wichtig, einen Gesundheitslotsen in der Apotheke in der Nähe zu haben statt einer anonymen Hotline, so Jörg Lehmann. „Die Digitalisierung darf nicht mit einer Entmenschlichung einhergehen“, betont er. Im Übrigen könne man häufig nur im persönlichen Gespräch entscheiden, welche gesundheitlichen Probleme ein Patient habe, ob er etwa unter Neben- oder Wechselwirkungen eines Mittels leide, ob ein Husten nur ein Erkältungssymptom sei oder möglicherweise andere Ursachen habe, sagt Jörg Lehmann.

„Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine flächendeckende flexible, verantwortungsbewusste Versorgung und vertraute Beratung der Patienten durch die Apotheken vor Ort ist“, so Dr. Klaus Michels. Die Digitalisierung biete die Chance, diese Versorgung weiter zu vereinfachen. „Bis das E-Rezept kommt, finden wir - wie bisher auch - Wege und Lösungen, unsere Patienten auch in der Corona-Pandemie so kontaktarm wie erforderlich zu betreuen.“ 
 

 

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