06.06.2017
Aktuelles

Bei Selbstmedikation mit Schmerzmitteln raten Apotheker zur Vorsicht

Unterschiedliche Wirkungen – Gefälschte Arzneimittel im Internet

Münster (avwl). Neben Mitteln gegen Erkältungen gehören Schmerzmedikamente zu den meistverkauften Arzneimitteln in deutschen Apotheken. „Auch rezeptfreie Tabletten können bei falscher Einnahme gefährlich werden“, sagt Apotheker Dr. Klaus Michels, Vorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), in Münster anlässlich des „Deutschen Aktionstags gegen den Schmerz“ am Dienstag (6. Juni). Der AVWL empfiehlt sich vor dem Kauf von Schmerzmitteln die qualifizierte persönliche Beratung in der Apotheke.

„Je nach Art des Schmerzes bestehen deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit von Schmerzmitteln“, erklärt Michels. Ibuprofen, Diclofenac und ASS etwa wirkten vor allem dort, wo der Schmerz entstehe. Paracetamol dagegen entfalte seine schmerzlindernde Wirkung hauptsächlich im zentralen Nervensystem. „Welches Schmerzmittel das richtige ist, hängt auch von individuellen Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen oder Schwangerschaft ab.“ Bei Kindern ab sechs Monaten etwa sei Ibuprofen das Mittel der Wahl. Wer Zahnschmerzen hat oder in den nächsten Tagen operiert wird, sollte aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos auf ASS verzichten. Und im letzten Drittel der Schwangerschaft sollten nach Möglichkeit überhaupt keine Schmerzmittel eingenommen werden. Michels: „In der Selbstmedikation ist der Apotheker der einzige Experte, der einen Überblick über sämtliche Medikamente, ihre Wirkweisen und Nebenwirkungen hat.“ Wer also sicher gehen wolle, ein geeignetes Präparat zu erhalten, solle sich in der Apotheke auf jeden Fall beraten lassen. „Unabhängig von der Art des Schmerzmittels gilt allerdings: Ohne ärztliche Rücksprache sollten die Medikamente nicht länger als drei bis vier Tage hintereinander eingenommen werden.“

Gefälschte Arzneimittel im Internet

Grundsätzlich rät Michels davon ab, Schmerzmedikamente über das Internet zu kaufen. Aufgrund der großen Absatzzahlen seien sie ein beliebtes Ziel von Medikamentenfälschern, der Online-Handel mit gefälschten Arzneimitteln habe in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Michels: „Bevor ein Schmerzmittel dagegen in einer Vor-Ort-Apotheke an den Patienten abgegeben wird, hat es mehrere Qualitätsprüfungen durchlaufen.“

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