31.08.2017
Aktuelles

AVWL-Polittalk: Hitzige Diskussion über Versandverbot und PTA-Ausbildung

Gelsenkirchen. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl lud der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) am Dienstag Politiker und Apotheker zur Diskussion in die PTA-Fachschule in Gelsenkirchen. Neben Oliver Wittke MdB (CDU) und Markus Töns, Bundestagskandidat der SPD, stellten sich Dr. Dagwin Lauer (FDP), Ingrid Remmers (DIE LINKE), Mehrdad Mostofizadeh, MdL (Bündnis 90/Die Grünen) und Jörg Schneider (AfD) den Fragen der Apotheker.

V.l.: Moderator Ludger Baumeister, Dr. Dagwin Lauer (FDP), Jörg Schneider (AfD), Ingrid Remmers (DIE LINKE), Mehrdad Mostofizadeh (Bündnis 90/Die Grünen), Markus Töns (SPD), Dr. Olaf Elsner (AVWL-Vorstand), Oliver Wittke (CDU)

V.l.: Moderator Ludger Baumeister, Dr. Dagwin Lauer (FDP), Jörg Schneider (AfD), Ingrid Remmers (DIE LINKE), Mehrdad Mostofizadeh (Bündnis 90/Die Grünen), Markus Töns (SPD), Dr. Olaf Elsner (AVWL-Vorstand), Oliver Wittke (CDU)

"Sie sind doch viel besser als jede Internetapotheke!"

Zwar waren sich alle Politiker einig, dass die Apotheken vor Ort gestärkt werden müssen. Die Meinungen darüber, wie das geschehen soll, gingen allerdings weit auseinander. Während sich Oliver Wittke (CDU) wie schon zuvor hinter die Präsenzapotheker stellte, zog sich vor allem Markus Töns den lautstarken Unmut einiger Teilnehmer aus dem Publikum zu, als er den Gesetzesentwurf von Hermann Gröhe zum Rx-Versandverbot als „nicht europarechtskonform“ bezeichnete und klarstellte: „Mit der SPD wird es ein Verbot in dieser Form nicht geben.“

Auch Dr. Dagwin Lauer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion Gelsenkirchen und als Zahnarzt nach eigenen Aussagen gut im Bilde über die Situation der Heilberufler, hielt ein Rx-Versandverbot am Dienstag für keine Lösung. Zwar sei er selbst skeptisch, welche Auswirkungen die steigenden Umsatzzahlen von Versandapotheken auf die Apotheken vor Ort haben werden. „Trotzdem kann es kein Weg sein, die Digitalisierung nicht mitzugehen.“ Er wunderte sich, warum die Apothekerschaft in Deutschland überhaupt Angst vor der Online-Konkurrenz habe. „Sie sind doch viel besser als jede Internetapotheke, spielen Sie ihre Trümpfe aus“, forderte er mit Blick auf die Leistungen der Präsenzapotheken. AfD-Bundestagskandidat Schneider indes gab zu, dass sich seine Partei noch wenig Gedanken über die Situation der Apotheker gemacht habe. „Als Oppositionspartei werden wir nach den Wahlen aber genau im Auge behalten, dass eine patientenorientierte Lösung gefunden wird.“

Bald staatliche Förderung der PTA-Ausbildung?

Neben der Diskussion um ein Rx-Versandverbot stand am Dienstag auch die Frage nach der zukünftigen Finanzierung der PTA-Ausbildung im Raum. „Wenn ein junger Mensch für seine Ausbildung zahlen muss, dann ist da was faul“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wittke. Würden sich die Apotheken an der Finanzierung beteiligen, könne man auch über einen staatlichen Zuschuss nachdenken. „Ziel muss es in jedem Fall sein, die Schüler von der Ausbildungsgebühr zu befreien, idealerweise nicht nur in NRW, sondern bundesweit.“ Nach Wittkes Worten strebt die neue NRW-Landesregierung an, eine finanzielle Förderung der Ausbildungsgänge in sämtlichen Gesundheitsberufen zu regeln. Mostofizadeh von den Grünen brachte in diesem Zusammenhang die Idee einer Ausbildungsumlage ins Spiel, Linken-Politikern Remmers plädierte für eine Ausbildungsfinanzierung aus Steuermitteln.

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Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

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