26.01.2017
Aktuelles

Apotheker sehen FDP desorientiert

AVWL fordert von Lindner Klärung liberaler Ziele bei der Honorarordnung für freie Berufe

Münster/Düsseldorf. Die westfälisch-lippischen Apotheker haben dringenden Gesprächsbedarf bei der FDP. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) hat sich deshalb an den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner gewandt. Der Landes- und Bundesvorsitzende der Freiheitlichen hatte gegen das von der Bundesregierung geplante Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel votiert und davon gesprochen, Apotheken nicht „unter Naturschutz“ zu stellen und zum Ausgleich die Öffnung des Apothekensortiments für Produkte außerhalb des Gesundheitsbereichs vorgeschlagen. „Die Inhaber der 2.000 Apotheken in Westfalen-Lippe mit 15.000 Arbeitsplätzen in diesem Landesteil hätten gern Orientierung über die politischen Ziele Ihrer Partei vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai“, heißt es nun in einem Schreiben des AVWL-Vorsitzenden Dr. Klaus Michels und des Geschäftsführers Dr. Sebastian Schwintek. Sie erwarten, dass sich Lindner persönlich den Fragen der Apotheker stellt.


Das Versandhandelsverbot sei der einzige Weg, die vom Europäischen Gerichtshof torpedierte Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel und damit feste Honorare in diesem zentralen Bereich – als tragende Säule der Arzneimittelversorgung zu erhalten. „Die Problematik reicht weit über den Bereich der Apotheken hinaus“, heißt es in dem Schreiben. Denn durch den Richterspruch seien auch alle anderen Honorarordnungen namentlich im Bereich der Freien Berufe in Frage gestellt. „Ob für Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten oder Ingenieure: Soll in all diesen Berufsfeldern der ‚Naturschutz‘ regulierter Honorare abgeschafft werden, um auch hier den in- wie ausländischen Interessenten eines Preiswettbewerbs bessere Marktchancen zu geben?“, fragen Michels und Schwintek den FDP-Chef. „Wie würden diese Berufsgruppen reagieren, wenn Sie auch ihnen vorschlagen, zum Ausgleich für den Wegfall von regulierten Honoraren künftig Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können, die mit ihrer Profession nichts zu tun haben?“


Der Marktanteil des Versandhandels bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln betrage nur 1,3 Prozent und habe für die Versorgung keine Relevanz, wohl aber ein durch die EuGH-Entscheidung künftig auch im Inland drohender Preiswettbewerb in diesem besonderen Segment. Er wäre geeignet, das freiberufliche, mittelständische Apothekensystem zu zerstören und möglicherweise der Anfang einer europarechtlich herbeigeführten Erosion der freiberuflichen Strukturen insgesamt. Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe sich der Verband der Freien Berufe in NRW) einstimmig hinter die Forderung gestellt, die Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel und damit faire Wettbewerbsbedingungen in Deutschland über ein Versandhandelsverbot für diese Produkte zu sichern.

 

Ansprechpartner:
Dr. Sebastian Schwintek, Geschäftsführer Apothekerverband Westfalen-Lippe e. V.,
Tel. 0251-0251 53938 23, Schwintek@avwl.de

zur Übersicht

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montags, Dienstags & Donnerstags:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 17:30 Uhr

Mittwochs und Freitags:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

Ihr Feedback

Schreiben Sie uns!

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.Weitere Informationen