20.11.2017
Aktuelles

Rudolph-Brandes-Medaille: „Apotheker mit Leib und Seele“

Münster. Der Mendener Apotheker Dr. Horst-Lothar Müller hat die „Rudolph Brandes Medaille“ und damit die höchste und erstmals vergebene Auszeichnung des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) erhalten. Die für außerordentliche Verdienste um den AVWL verliehene Ehrung ist nach dem Apotheker Rudolph Brandes (1795 – 1842) aus Bad Salzuflen benannt, einem der Väter der Apothekerverbandsorganisation in Deutschland. Müller wurde diese hohe Ehre am Samstag (18. November) in Münster zuteil aus den Händen von Dr. Klaus Michels, der ihm vor zehn Jahren an der Spitze des AVWL gefolgt war.

Dr. Horst-Lothar Müller (r.) - hier mit seiner Frau Ursula Müller (M.) und AVWL-Chef Dr. Klaus Michels (l.) erhielt die erste Rudolph-Brandes-Medaille.
Dr. Horst-Lothar Müller (r.) - hier mit seiner Frau Ursula Müller (M.) und AVWL-Chef Dr. Klaus Michels (l.) erhielt die erste Rudolph-Brandes-Medaille.

 

„HoLo Müller ist nicht nur Apotheker mit Leib und Seele, sondern auch seit Jahrzehnten ein engagierter und erfolgreicher Verfechter unserer berufspolitischen Interessen“, sagte Michels. Eine für den Apothekenalltag heute selbstverständliche Einrichtung wie die Clearing- und Retaxstelle beim AVWL gehe auf ihn zurück und ersetze mühsame Auseinandersetzungen der Apotheken mit den Kostenträgern.

Mit seinen 69 Jahren denke Müller aber nicht an wohlverdienten Ruhestand, sondern stehe seit 40 Jahren unermüdlich in seiner sauerländischen Apotheke und gelte im Apothekerverband weiterhin als geschätzter Ratgeber. Er war 24 Jahre im Vorstand des AVWL, davon zuletzt 13 Jahre bis 2007 als Vorsitzender, hat 13 Gesundheitsreformen und sieben Gesundheitsminister erlebt. Müller war und sei nicht nur am Verhandlungstisch und vor Mikrofonen ein guter Repräsentant und erfolgreicher Vertreter der Apothekeninteressen gewesen, sondern wisse auch die zwischenmenschlichen Kontakte zu pflegen, sagte Michels.

Ausgezeichnet mit dem Ehrenteller als Zeichen der Anerkennung und des Dankes für ihre langjährige Verbandstätigkeit wurden die Apotheker Jürgen Doll (Schwerte) und Sabine Köhling (Minden). Doll war über 25 Jahre engagiert im AVWL: 1992 bis zu seinem Ruhestand 2015 als Mitglied des erweiterten Vorstands und als Vorsitzender der Bezirksgruppe Unna. Köhling ist als Apothekerin nicht nur seit 37 Jahren im Mindener Land bekannt, sondern war auch ein hoch geschätztes Beiratsmitglied des Apothekerverbandes und Vorsitzende der Bezirksgruppe Minden.

Hintergrund: Rudolph-Brandes-Medaille

Die Auszeichnung wird für außerordentliche Verdienste um den Apothekerverband Westfalen-Lippe verliehen. Der frühere AVWL-Vorsitzende Dr. Horst-Lothar Müller hat die „Rudolph Brandes Medaille“ als erster Träger am 18. November 2017 in Münster erhalten.

 

Namensgeber ist der Apotheker Rudolph Brandes aus Bad Salzuflen (Kreis Lippe). Dort 1795 als Sohn des aus Braunschweig zugezogenen Apothekers Johann Gottlieb Brandes geboren, absolvierte der 14-Jährige eine Lehre in der Hirsch Apotheke Osnabrück und studierte ab 1815 in Halle und Erfurt Pharmazie. 1817 wurde der vielseitig interessierte Brandes an der Universität Jena zum Doktor der Philosophie promoviert. 1819 übernahm er die väterliche Apotheke in seiner Heimatstadt und schloss sich im Jahre 1820 mit drei Kollegen in Minden zum „Apothekerverein in Westphalen“ zusammen.

 

Der Verein nahm schon bald über 100 Mitglieder auf und gründete sich auf einer Versammlung in Salzuflen am 24. und 25. März 1821 neu unter dem Namen „Apotheker-Verein im nördlichen Teutschland“. Rudolph Brandes war Oberdirektor des Vereins und Mitbegründer der Vereinszeitung „Archiv der Pharmazie“, welche noch heute existiert und vielen Pharmazie-Doktoranden als Plattform für erste Veröffentlichungen dient. Er initiierte weitere Schriftreihen und veröffentlichte selber mehr als 300 wissenschaftliche Abhandlungen. Aus dem von Brandes gegründeten Verein ging der heutige Deutsche Apothekerverband hervor. Brandes gilt deshalb über den AVWL hinaus als Gründervater der apothekerlichen Interessenvertretung in Deutschland.

 

Er stand in Kontakt mit bedeutenden Zeitgenossen und wurde 1828 von Johann Wolfgang von Goethe in dessen Haus am Weimarer Frauenplan empfangen. Er starb 1842. Die Brandes’sche Apotheke existiert bis heute in Bad Salzuflen und ist bis Ende 2014 fast ununterbrochen von Angehörigen der Familie betrieben worden.

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Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

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