Beverungen/Höxter 05.11.2019
Aktuelles

Apotheker dringend gesucht

Der Fachkräftemangel macht den Apotheken in der Region zu schaffen. Unter anderem, weil ihm Mitarbeiter fehlten, hat zum Beispiel Thomas Rochell in der Vergangenheit eine Filiale schließen müssen. Aus dem gleichen Grund hat auch ein Kollege im Kreis Höxter einen Standort aufgegeben, berichtet Thomas Rochell. Die Bundesarbeitsagentur stuft die Apotheker als Engpassberuf ein.

Der Klebeeffekt
Die Apotheken von Thomas Rochell befinden sich in Beverungen und Brakel im Kreis Höxter. Auf der Suche nach Mitarbeitern sehen sich die Apothekeninhaber hier in Konkurrenz zu großen Uni-Städten wie Münster, wo sich die einzige Hochschule in Westfalen-Lippe befindet, die Pharmaziestudenten ausbildet. „Nach fünf Jahren Studium bleiben viele Absolventen dort kleben“, so Thomas Rochell, Vorsitzender der Bezirksgruppe Höxter und Vorstandsmitglied im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL). 

Viele Apothekeninhaber werben mit Bezahlung deutlich über Tarif sowie mit flexiblen Arbeitszeitmodellen. Dennoch ist die Suche mühsam. Zwei Anzeigen hat zum Beispiel Thomas Rochell zuletzt monatelang im Stellenportal der Apothekerkammer geschaltet. Genau zwei Bewerberinnen haben sich darauf gemeldet. Die eine suchte nur einen Nebenjob und arbeitet nun sieben Stunden pro Woche bei Rochell. Die andere Kandidatin sagte ab. Laut Apothekenklimaindex, einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), rechnen drei Viertel der Apothekeninhaber bei einer Stellenausschreibung nur noch mit einem Bewerber. Die Arbeitslosenquote bei den Pharmazeuten liegt bundesweit gerade einmal bei 1,7 Prozent. 

Mehr Beratungsbedarf
Zwar sinkt die Zahl der Apotheken in Deutschland seit dem Jahr 2000 kontinuierlich. Zugleich aber steigt die Zahl der Angestellten pro Apotheke. Ein Grund ist die hohe Teilzeitquote. 73 Prozent der Approbierten in Apotheken sind Frauen – und viele von ihnen reduzieren ihre Stunden, um Beruf und Familie vereinbaren zu können. 

„Wir werden aber auch aus anderen Gründen in den kommenden Jahren in Westfalen-Lippe mehr statt weniger approbierte Mitarbeiter in den Apotheken benötigen“, warnt Dr. Klaus Michels, Vor-standsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL). „Denn in Zeiten des demografischen Wandels und der wachsenden Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung, steigt zum einen der Arzneimittelbedarf, vor allem aber der Bedarf an guter persönlicher Beratung und pharmazeutischen Dienstleistungen“, so Dr. Klaus Michels. Lieferengpässe bei Arzneimitteln, Bürokratie und Dokumentationsaufwand kosteten ebenfalls viel Arbeitskraft.

Auch der ABDA-Apothekenklimaindex zeigt, dass mehr als die Hälfte der Apothekeninhaber Einstellungen plant. Während aber der Bedarf zunimmt, ist die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen Jahren bundesweit etwa gleich hoch geblieben, die Zahl der Approbationen leicht gestiegen. Viele Pharmazeuten wandern auch in die Industrie ab, die Verwaltung oder in Kliniken. „Die Absolventen der Pharmazie werden von Wirtschaft und Verwaltung aufgesaugt – und für die Apotheken gerade abseits der Hochschulstandorte bleibt nichts mehr übrig“, sagt Thomas Rochell. 

„Wir müssen also noch mehr Apotheker ausbilden, um in Zukunft eine gute und sichere Versorgung der Patienten garantieren zu können – auch in den Nacht- und Notdiensten“, fordert Dr. Klaus Michels.
 

 

zur Übersicht

Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

Montags, Dienstags & Donnerstags:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 17:30 Uhr

Mittwochs und Freitags:
8:30 bis 13:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr

Ihr Feedback

Schreiben Sie uns!

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.Weitere Informationen