25.09.2017
Aktuelles

Apotheken-Wahlcheck: Entscheidungshilfe für Unentschlossene

Westfalen-Lippe. Wie stehen die Bundestagskandidaten der 30 Wahlkreise in Westfalen-Lippe zu aktuellen Apotheken-Themen? 106 von 176 Anwärtern auf einen Platz im Bundestag aus den Reihen von CDU, SPD, Grünen, Linken, FDP und AfD haben in den vergangenen Wochen am „Apotheken-Wahlcheck“ des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) teilgenommen. Darunter auch bekannte Politiker wie Jens Spahn (CDU), FDP-Bundesgeschäftsführer Dr. Marco Buschmann oder Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen).

Der AVWL hatte den Kandidaten jeweils drei Fragen vorgelegt: Was assoziieren sie spontan mit dem Begriff Apotheke? Welche Rolle spielen ihrer Meinung nach Apotheken bei der flächendeckenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung? Und: Wie stehen sie zu einem möglichen Rx-Versandhandelsverbot?

Identische Fragen für alle Teilnehmer

„Wir freuen uns über die gute Resonanz, vor allem über die große Bandbreite an Wahlcheck-Teilnehmern, von denen einige selbst in Gesundheitsberufen arbeiten“, sagt AVWL-Vorstandsmitglied Thomas Rochell. Vom Schüler über die Apothekerin bis zum Wirtschaftsprofessor hätten sich Kandidaten aus den unterschiedlichsten Berufs- und Bevölkerungsgruppen beteiligt. Das zeige einmal mehr die gesellschaftliche Bedeutung des Themas.

Rochell: „Dadurch, dass wir allen Teilnehmern identische Fragen gestellt haben, können Apotheker in der Region die Aussagen ihrer Kandidaten gut miteinander vergleichen.“ Einige Antworten wären dabei durchaus überraschend ausgefallen.

Entgegen der Linie der Bundespartei sprach sich etwa Olaf in der Beek, FDP-Kandidat für den Wahlkreis 140 (Bochum I), für ein Rx-Versandhandelsverbot aus solange keine gesetzliche Lösung gefunden sei, welche die Mängel des EuGH-Urteils ausgleiche. Sein Parteikollege Fabian Griewel aus Soest dagegen gab unumwunden zu, die Funktion von Präsenzapotheken lediglich in der Notfallversorgung zu sehen: „Medikamente kann jeder Bürger durchaus auch im Internet bestellen“, meint der 20-Jährige.

Diese Ansicht teilen die meisten Bundestagskandidaten nicht, unabhängig von der eigenen Parteizugehörigkeit: „Die Apotheke vor Ort ist für eine sichere, schnelle und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung der Bevölkerung in Deutschland unverzichtbar“, sagt etwa SPD-Politiker und Bundestagsmitglied Achim Post.

Uneinigkeit über Rx-Versandhandelsverbot

Darüber, wie die flächendeckende Gesundheitsversorgung durch Apotheken vor Ort in Zukunft gesichert werden soll, gehen die Meinungen allerdings auseinander: „Wenig überraschend zweifeln die meisten Kandidaten der FDP, aber auch einige Grünen-Politiker, die Rechtmäßigkeit eines Rx-Versandhandelsverbots an“, erklärt Rochell. Keine klare Tendenz sei derweil bei der AfD zu erkennen: Während einige Kandidaten gleiche Wettbewerbsbedingungen für Versand- und Präsenzapotheken forderten, erscheine der Versandhandel mit Rx-Arzneimitteln anderen als effektives Mittel, um auch ältere und weniger mobile Patienten zu versorgen. Demgegenüber sei man sich in CDU- und Linken-Kreisen weitestgehend einig über die Notwendigkeit eines solchen Verbots.

Der Apotheken-Wahlcheck des AVWL ist sowohl über die Verbandshomepage www.apothekerverband.de als auch über den Facebookauftritt des Verbandes zu erreichen.

Wahlradar Gesundheit

Über die westfälisch-lippischen Grenzen hinaus veröffentlicht die ABDA in ihrem „Wahlradar Gesundheit“ noch bis Sonntag Stellungnahmen von Bundestagskandidaten auf Fragen von Apothekern der 299 deutschen Wahlkreise. Interessierte finden unter www.wahlradar-gesundheit.de Statements von Politikern wie Union-Fraktionschef Volker Kauder, Gesundheitsminister Hermann Gröhe oder SPD-Fraktionsvorsitzendem Thomas Oppermann.

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Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

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