16.05.2017
Aktuelles

„Apotheke vor Ort ist der sicherste Bezugspunkt für Medikamente“

ARD-Themenabend zu Arzneimittelfälschungen: AVWL-Vorsitzender warnt vor Panikmache

Münster. In einem Themenabend beleuchtet die ARD am Mittwoch (17. Mai) die mal illegalen, mal legalen Wege gefälschter und gepanschter Arzneimittel nach Deutschland. Dr. Klaus Michels, Vorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), sieht in den Rechercheergebnissen der Journalisten einen weiteren Beweis für die Bedeutung der Apotheke vor Ort. Gleichzeitig warnt er vor Panikmache.

„Man mag beim Onlinekauf von Medikamenten ein, zwei Euro sparen. Der sicherste Bezugspunkt für Arzneien ist und bleibt jedoch die Apotheke in der Nachbarschaft“, sagt Michels. Bevor ein Medikament dort über den Verkaufstisch gehe, habe es in der Regel mehrere Kontrollen durchlaufen, nicht zuletzt durch geschulte Mitarbeiter vor Ort. Michels: „In jeder Apotheke und an jedem Werktag prüfen geschulte Fachleute mindestens ein industriell hergestelltes Arzneimittel auf Qualitätsmängel.“ Bei 20.000 wohnortnahen Apotheken in Deutschland seien das jährlich rund sechs Millionen Stichproben. „Benötigten Patienten individuell hergestellte Medikamente, übernimmt der zuständige Apotheker selbst die Verantwortung für die Qualität.“ Außerdem könnten Kunden von Präsenzapotheken sicher sein, ihre Medikamente ausschließlich von Fachpersonal zu erhalten.

Die Behauptung der ARD-Filmemacher, jedes hundertste Medikament, das in Deutschland verkauft würde, sei gefälscht, sieht Michels kritisch: „Grundsätzlich sind Arzneimittelfälschungen und -manipulationen hierzulande sehr selten und seit Jahren rückläufig.“ Im vergangen Jahr etwa registrierte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) als zuständige Behörde lediglich 14 Fälle mit Verdacht auf Arzneimittelfälschungen – wirklich gefälscht war jedoch keines dieser Medikamente. Sollte irgendwann doch ein gefälschtes oder aus anderen Gründen bedenkliches Arzneimittel auftauchen, könne es die AMK innerhalb weniger Stunden aus allen deutschen Apotheken zurückrufen.

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Kontakt

Apothekerverband Westfalen-Lippe e.V.
Willy-Brandt-Weg 11
48155 Münster

Telefon: 0251 539380
Telefax: 0251 5393813
E-Mail: apothekerverband@avwl.de

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