Gütersloh 20.12.2019
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Alles im Blick

Der Ehemann hatte einen Schlaganfall. Formulare ausfüllen, Pflegegrad beantragen, Pflegedienst suchen: Bürokratie und Organisation kosteten die Ehefrau viel Nerven. „Sie war so dankbar dafür, dass sie sich nicht auch noch einen Kopf darum machen musste, wann sie ihrem Mann welche Tablette geben sollte.“ Lena Pengemann lächelt. Zu wissen, dass sie die Ehefrau ein kleines bisschen entlastet und ihr mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Mann verschafft, „das tut gut“, sagt sie. Zu wissen, dass die Frau nicht den Überblick über all die Pillen verliert, dass weniger Fehler passieren können, beruhigt sie ganz offenbar.

Die richtige Portion zur richtigen Tageszeit
Die beiden könnten schließlich ihre Großeltern sein, erklärt sie. Lena Pengemann ist 28 Jahre alt, seit neun Jahren pharmazeutisch-technische Assistentin in Gütersloh. Die Storchen-Apotheke, in der sie arbeitet, hat die Versorgung für Heime übernommen, Pflegedienste, Wohneinrichtungen und auch einige Pflegbedürftige und ihre Angehörigen. Dass Tag für Tag, Woche für Woche die richtigen Tabletten bei Hunderten von Patienten ankommen – das ist Lena Pengemanns Aufgabe. Und, dass all diese Patienten ihre Mittel auch zum richtigen Zeitpunkt nehmen. Das Schilddrüsenmedikament etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück, den Cholesterinsenker abends, das Parkinson-Mittel möglichst immer zum gleichen Zeitpunkt, aber nicht zum Essen. 

Lena Pengemann behält die Übersicht. Sie stellt für jeden Patienten die Tabletten zusammen, für jede Tageszeit die richtige Portion, abgepackt zum Beispiel in einem Schlauchblister: einer langen Kette von Plastiktütchen. In jedem Tütchen befindet sich eine Pillen-Portion. Der Name des Patienten und des Mittels sind darauf gedruckt, dazu der Zeitpunkt, wann der Patient das Mittel einnehmen muss. Die Arbeit, mehrmals täglich aus vielen verschiedenen Arzneimittel-Packungen die Medikamente mühselig zusammenzusuchen, bleibt somit den Angehörigen und Pflegenden erspart. Das Risiko, dabei einen Fehler zu machen, ebenso. 

Eine positive Einstellung
Lena Pengemann nutzt dafür die Hilfe des Computers und eines Blisterzentrums, also eines externen Dienstleisters, der die Medikamente nach Anweisung der Apotheke abpackt. Viel Organisation, viel EDV – eine Arbeit die man mögen muss. Lena Pengemann macht sie gern. Was nicht heißt, dass sie ein technokratischer Typ wäre, der sich gern hinter dem Computer vor den Patienten verschanzte. Im Gegenteil: Mit ihren hellblonden Haaren, der leicht strubbeligen Frisur, dem fröhlichen Lachen sendet sie Lebensfreude aus. „Diese positive Grundeinstellung ist ganz besonders wichtig in der Zusammenarbeit mit Heimen und Pflegenden“, sagt ihr Chef, Apothekeninhaber Dr. Olaf Elsner. Denn wer mit hochbetagten kranken Menschen zu tun habe, „dem tut es gut, wenn er in der Apotheke mit einem fröhlich gestimmten Menschen zusammenarbeitet“, so Elsner. 

Lena Pengemann denkt mit ihren 28 Jahren an alles. Nicht allein, sondern gemeinsam mit Kollegen. Sie prüfen, ob ein neues Mittel für einen Patienten Wechselwirkungen haben könnte. Sie wissen, wie viele Tabletten ihre Patienten noch im Blister haben und wann ein Folgerezept vom Arzt benötigt wird.  

Sie haben nun die kommenden Feiertage im Blick und legen zuvor Vorräte von Dingen an, nach denen die Heime kurz vor solchen langen Wochenenden noch einmal fragen, wie etwa Kompressen. „Ich weiß, dass meine Arbeit gebraucht wird“, sagt Lena Pengemann. „Und das ist ein gutes Gefühl.“ 

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